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Sie wollen ein User-Interface entwickeln, das Ihre Anwender anlockt und fasziniert?
Wir zeigen Ihnen, wie das geht.

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Kreatives User-Interface Design

Reden Sie mit uns und erfahren Sie, welches User-Interface Design / Prototyping zu Ihrem Ziel, Ihrer Situation und Ihrem Budget passt.

Paper Prototyping: Mehr als nur ein Prototyping-Tool


Wie Sie mit Paper Prototyping Zeit sparen.

Die Formel für ein erfolgreiches, benutzerfreundliches Produkt ist schon lange bekannt. Je mehr Wert Sie auf die konzeptuelle Phase der Entwicklung legen, desto mehr zeitliche, finanzielle, qualitative Gewinne erzielen Sie in der weiteren Entwicklung.

Diese Vorteile erzielen Sie auch bei der User Interface Entwicklung, indem Sie das Produkt möglichst früh den potenziellen Nutzer zeigen. Doch wie können Sie Ihre Idee vom fertigen Produkt schon vor der Implementierung überprüfen? Mit Paper Prototyping können Sie das User Interface Ihrer Applikation oder Website testen. Und das ohne eine einzige Code-Zeile!

Was ist Paper Prototyping?

Betrachten Sie die Klassifikation der Prototypen, bietet sich Paper Prototyping vor den Wireframes an. Ein Paper Prototyp gehört zu den Lo-Fi Prototypen: alle Interface-Elemente sind aus Papier gemacht. Paper Prototyping gilt als effektive Methode sowohl zur Software- als auch Webentwicklung. Dabei liegt der Schwerpunkt auf dem Navigationskonzept, was vom Grafikdesign zu abstrahieren ist. Somit eignet sich Paper Prototyping besonders zum Testen Ihrer Navigationsidee.

5 wesentliche Gründe Paper Prototyping einzusetzen

  1. Paper Prototyping spart Ihnen Zeit. Was meinen Sie, wie lange die Veränderung von Papierelementen dauert? Und von fertigem Code? Was halten Sie davon, Prototypen während der Diskussion schnell mal zu verbessern?
  2. Paper Prototyping erspart Ihnen Geld. Die Methode bietet sich für begrenzte und unbegrenzte Budgets an.
  3. Paper Prototyping verringert den mentalen Aufwand bei einer Evaluation und ist eine gute Alternative gegenüber dem Lesen einer Spezifikation. Sinnvoll ist auch, entdeckte Probleme samt Hinweis direkt auf dem Paper Prototypen zu notieren. Später ist das für die Programmierer und Designer ein gutes Hilfsmittel.
  4. Sie brauchen keine speziellen technischen Fähigkeiten, um Paper Prototypen zu gestalten. Das heißt: jeder im Projekt kann am Prozess der Prototypenerstellung teilnehmen und wertvolle Ideen beitragen.
  5. Paper Prototyping fördert Kreativität und Kommunikation im Projektteam. Darüber hinaus ermöglicht Ihnen diese Methode einen ungezwungenen Dialog zwischen dem Team und den Nutzern .

Weitere Vorteile, die das Paper Prototyping von der “Lo-Fi-Familie” erbt, finden Sie hier.

Organisationspsychologische Aspekte des Paper Prototyping

Paper Prototyping übt einen großen Einfluss auf intrapersonale und kommunikative Prozesse der Teammitglieder bzw. der Nutzer (bei User-Tests) aus. Das Wissen darüber lässt Sie mehr von Paper Prototyping profitieren und ungewünschte Barrieren vorhersehen.

Teamperspektive
Paper Prototyping fördert die Kollaboration (von lat. „mitarbeiten“), weil alle, die in den Entwicklungsprozess eingebunden sind, Lust haben, teilzunehmen: UI-Basteln macht Spaß. Bei der Erstellung eines Prototypen wird eine Atmosphäre aufgebaut, die zur aktiven Kommunikation und produktiven Diskussion führt. Aus der Perspektive von Gruppenprozessen zeigt sich Paper Prototyping als ein effektives Teambuilding Tool.

Außerdem bietet es eine sichere Umgebung, um neue Ideen auszuprobieren. Aufgrund seiner unfertigen Anmutung wird die Veränderung von Interface-Elementen aus Papier weitaus weniger persönlich genommen als bei einem fertigen System. Mit dem richtigen Produkt haben alle Beteiligten eine emotionelle Verbindung. Sie haben viel investiert und nehmen eine defensive Position bei Kritik ein.

Ein Hindernis für die effektive Anwendung von Paper Prototyping kann die Einstellung der Mitarbeiter sein: „zu einfach, könnte nicht funktionieren“, „bringt nichts“ und natürlich „wir können das nicht unseren Nutzern zeigen“. Die Ursache hierfür ist meistens fehlendes Wissen.

Nutzerperspektive
Betrachten Sie Paper Prototyping aus Sicht Ihrer Nutzer, treten steigende Kooperation und ein inhaltsvolles Feedback in den Vordergrund. In dieser Situation haben die Teilnehmer der User-Tests weniger Angst, ihre Kritik zum Paper Prototypen zu äußern.

Im Vergleich dazu neigen die Testteilnehmer bei Hi-Fi-Prototypen zu der Annahme, dass sie etwas falsch gemacht hätten. Sie fühlen sich schuldig und geben nicht ganz offen Feedback.

Sie sehen, Paper Prototyping ist eine wertvolle und vielseitige Methode für Web- und Softwarehersteller. Indem Sie die User tiefer in den Gestaltungsprozess Ihres Produktes einbinden, geben Sie ihnen das Gefühl der Zugehörigkeit und Bedeutung. Das steigert die Loyalität Ihrer User gegenüber Ihrer Software.


Wie gelungene User Interfaces unser Gedächtnis entlasten


Immer wieder merke ich, dass mich meine derzeitige Situation an die Grenzen meiner Gedächtnisleistung bringt – Ich bin schwanger! Betroffen ist vor allem mein Arbeitsgedächtnisses (das sog. Kurzzeitgedächtnis). Dieses wirkt sich auch auf das Lernen von Neuem aus.

Um diesem Problem im Arbeitsalltag zu trotzen, notiere ich mir wichtige Informationen akribisch. Leider merke ich auch, dass mir der Umgang mit meiner Arbeitssoftware schwerer fällt. Komplexe Arbeitsschritte speichert mein Kopf einfach nicht vollständig ab. Glücklicherweise kann ich aber auf verständnisvolle Kollegen und viel Eigenhumor aufbauen.

Mein akuter Hormoncocktail (HCG, Progesteron, Prolaktin und Oxytoxin) ist die wohl bekannteste Ursache für meinen geistigen Zustand. Der Mangel an Schlaf und weitere physische Belastungen erschweren dies zusätzlich. Soweit so gut! Doch nicht nur werdende Mütter müssen diese alltäglichen Lasten (er-)tragen.

Jeder von uns, egal welchen Alters, muss mit körperlichen und geistigen Hindernissen fertig werden. Hinzu kommt der Alltagsstress, der den Wunsch nach einer bequemen Interaktion mit einer Software lauter werden lässt. Grund genug, um diese Tatsachen in die Entwicklung von Software und Service Design einfließen zu lassen. Doch welche Möglichkeiten stehen uns dafür zur Verfügung?

Methoden zur Entlastung des Arbeitsgedächtnisses

In der psychologischen Forschung sind bereits mehrere Möglichkeiten zur Entlastung des Arbeitsgedächtnisses evaluiert und bestätigt worden.

Die Methode Chunking (Bündelung) ist eine von ihnen. Chunking bedeutet, sprachliche Information in Gruppen zugliedern. So werden sie besser im Arbeitsgedächtnis verarbeitet. Beispielsweise wäre hier das Zerlegen von Telefonnummern in einzelne Blöcke zu nennen. Die Gedächtnisbelastung bei der Nummer: 22368840 ist demnach bedeutend höher als die der Chunking-Variante: 223 688 40. Diese Informationsblöcke, welche auch Wörter sein können, werden dann Chunks genannt.

Eine ebenso sinnvolle Methode ist Card-Sorting. Diese wird bei der Entwicklung des User Interface Designs angewandt und dient der Gestaltung von Navigationsstrukturen. Sie unterstützt das Zuordnen von Begriffen in Gruppen und greift auf festgelegte Strukturen im Gehirn zurück. Diese sind im Langzeitgedächtnis verankert und entlasten somit das Kurzzeitgedächtnis dauerhaft. Besonders das Gestalten von flachen Software-Hierarchien ist hier von hohem Nutzen.

Aber auch einfache Möglichkeiten wie das Entwickeln von Hilfsfunktionen dienen der Entlastung unseres Gehirns. Beispielsweise das Aufnehmen von Arbeitsschritten (Makros) oder das Anzeigen von Tool-Tips. Auch das Einführen von Erinnerungstools und -diensten (Terminerinnerung per SMS oder Email) helfen im Umgang mit Ihrer Software.

Gedächtnisleistung und Arbeitsalltag effektiv unterstützen

Alle diese Methoden unterstützen die Reduzierung der Gedächtnisbelastung enorm. Sie beanspruchen eher das Langzeitgedächtnisses oder bedienen sich fester Strukturen, wie Schemata. Die mentale Belastung Ihrer User wird dabei wirkungsvoll reduziert. Schlussfolgernd trägt diese Entlastung auch zur geistigen Gesundheit Ihrer User bei. Ihre Software fördert somit nicht nur die Zufriedenheit, sondern trägt auch zu einer höheren Produktivität Ihrer Kunden bei. Die Konzentration auf das Wesentliche wird gestärkt und ein besseres Zeitmanagement ermöglicht.

Alltagssituationen in die Entwicklung einbeziehen

Psychische und physische Belastungen treffen jeden Ihrer Anwender. Ziehen Sie diese Realität zusätzlich zur Persona in Ihre Entwicklung oder Ihren Service mit ein. Erleichtern Sie Ihren Usern den Alltag durch die Einbindung dieser hilfreichen Methoden und Funktionen.

 

Quelle: Linneweh, Klaus (2002). Stresskompetenz. Der erfolgreiche Umgang mit Belastungssituationen in Beruf und Alltag. Weinheim, Basel: Beltz.


Zufallswahrnehmung im User Interface Design


Wie sich menschliches Verständnis von Zufall auf die Interface-Gestaltung auswirkt.

Laut Wikipedia spricht man „Von Zufall dann, wenn für ein einzelnes Ereignis oder das Zusammentreffen von mehreren Ereignissen keine kausale Erklärung gegeben werden kann.“

Eines stimmt jedenfalls: Wir Menschen sprechen ganz selbstverständlich vom Zufall und machen ihn uns oft zu Nutze. Münzwürfe werden als neutrale Entscheider herangezogen, die Lottoziehungen live im Fernsehen übertragen. Wenn wir nicht mehr weiter wissen, aber auch niemand Anderen entscheiden lassen wollen, muss der Zufall ran.

Was ist zufällig, und was nicht?

Hierbei sprechen wir ganz selbstverständlich vom Zufall. Der eben genannte Münzwurf ist ein solcher Fall. Aber auch das Gegenteil ist der Fall. Ob der Basketballer, der zum Freiwurf ansetzt, trifft oder nicht ist für uns nicht Ergebnis eines Zufallsprozesses. Das mag aus menschlicher Sicht stimmen, rein theoretisch ist diese Unterscheidung aber falsch: Aus Sicht der klassischen Physik nehmen sich die beiden Situationen nichts. Wer alle beteiligten Faktoren kennt, kann das Ergebnis sicher hervorsagen. Ob Münzwurf oder Freiwurf.

Aus menschlicher Sicht

Diese Beispiele legen nahe, dass unser Verständnis von Zufall gewisse Besonderheiten besitzt. Vor allem unterscheidet es sich von einer rein naturwissenschaftlichen Definition und widerspricht dieser auch oft. Stellen Sie sich eine Schulklasse mit 23 Kindern vor. Wie groß ist nun die Wahrscheinlichkeit, dass mindestens zwei am selben Tag Geburtstag haben? Bei 365 Tagen im Jahr und nur 23 Kindern würden die meisten Menschen vermutlich auf eine ziemlich geringe Chance tippen. Aber weit gefehlt: Die Wahrscheinlichkeit liegt bei (knapp) über 50%! Unsere Intuition macht uns hier also einen ganz schönen Strich durch die Rechnung.

Folgen des Zufalls

Das hat beträchtliche Konsequenzen für unser tägliches Leben. Die Faszination des Spiels nutzt das aus. Wer mehrmals hintereinander verloren hat, denkt sich, dass „jetzt bald aber auch mal ein Gewinn folgen müsste“. Die Folgen wie Spielsucht mit all ihren Konsequenzen sind wohlbekannt.

Bedeutung für das User Interface Design

Diese Erkenntnis können Sie sich im User Interface Design zu Nutze machen. Hierzu fällt mir unter anderem eine Anekdote von Steve Jobs ein. Bei der Vorstellung eines neuen Modells sagte er folgendes über die Zufallswiedergabe: „In order to make it look more random, we had to actually make it less random.“ Die Anwender wollten es möglichst vermieden haben, dass bei zufälliger Wiedergabe verschiedener Musikalben zwei Titel des selben Künstlers hintereinander folgten. Berücksichtigen auch Sie diese Erkenntnis bei der Gestaltung Ihrer User Interfaces.


Loss Aversion im User Interface Design


Warum Sie Loss Aversion bei der Entwicklung Ihrer Software berücksichtigen sollten.

Lange Zeit galt der Mensch in den Augen der Wissenschaft als hundertprozentig rational. Diese Ansicht hat sich in den letzten Jahrzehnten stark gewandelt. Das Bild vom Homo Oeconomicus ist zwar einfach, aber eben auch falsch. Für diese Forschung, veröffentlicht als „Prospect Theory“, erhielt Daniel Kahnemann 2002 sogar den Nobelpreis.

Die Bedeutung von Verlusten

Ein eindrucksvolles Beispiel aus der Prospect Theory ist die besondere Abneigung gegenüber Verlusten, im Englischen als Loss Aversion bezeichnet. So konnte gezeigt werden, dass der Verlust von 100 Euro einen doppelt so starken Effekt auf uns hat, wie der Gewinn des selben Betrages. Im Resultat vermeiden wir viele Situationen, die Verluste bedeuten könnten. Auch wenn sich das Risiko einzugehen eigentlich lohnen würde.

Loss Aversion in der Softwarenutzung

Der oben beschriebene Effekt beschränkt sich selbstverständlich nicht auf den Umgang mit Geld. Alles was einen Nutzen für uns hat, also auch Zeit oder Produktivität sind hiervon betroffen. Auf diese Weise wird schnell klar, dass bei der Arbeit mit Software täglich Entscheidungen gefällt werden, die von diesem Ungleichgewicht betroffen sind. Wie können Sie als Entwickler dem nun vorbeugen? Wir sehen hierfür zwei Hauptansätze:

Kennen Sie die Befürchtungen Ihrer Anwender

Ein wichtiger Teil einer Persona sind die enthaltenen Einstellungen und Befürchtungen Ihrer Anwender. Auf eben jene allgemeinen Befürchtungen sollten Sie besonderes Augenmerk legen. Das könnte beispielsweise die Angst vor unnötigen Arbeitsunterbrechungen sein. Aus der Loss Aversion folgt nun, dass es wichtiger ist, diese möglichen Verluste zu verhindern. Wenn Sie diese konsequent vermeiden, gewinnen Sie mehr als mit der Erfüllung aller Kundenwünsche.

Anwendung im User-Interface-Design

Neben diesen allgemeinen Produktanforderungen gibt es aber auch noch konkretere Anwendungsfälle für Sie. Die Nutzung eines User-Interfaces besteht aus vielen kleinen Entscheidungen. Jeder Klick kann auch eine ungewünschte Aktion auslösen. Im schlimmsten Fall lässt sich diese nicht mehr rückgängig machen.

Loss Aversion begegnen können

Um herauszufinden wo hier die kritischen Stellen sind, lohnt es sich mit einem User-Test genau hinzuhören. Hier haben Sie die Möglichkeit die Unklarheiten der Anwender zu erfahren. Eine Aussage Ihrer User wie „Ob das der richtige Button ist? Am Ende sind wieder alle meine Eingaben verloren.“ drückt genau das aus. Hier sollten Sie beim Design gegensteuern und im Zweifelsfall eben auch kommunizieren, was eine Funktion nicht tut. Dann fühlen sich Ihre Anwender sicher und können vom positiven Nutzen Ihrer Software profitieren.


Mit User Interface Priming das Verhalten der User fördern


Wie Priming Ihre Kunden auf das User Interface vorbereitet.

Wir leben in einer Welt, die sich immer schneller dreht. So gab es beispielsweise die Top 10 Berufe aus 2010 im Jahr 2004 noch gar nicht. Doch auf den Markt kommen nicht nur immer neue Berufe, sondern auch völlig neue Softwareprodukte.

Bieten auch Sie neuartige Software an und tun sich Ihre Kunden mit dem Kauf schwer? Kein Wunder, denn Sie vernachlässigen, dass Vergleichen eine wesentliche Entscheidungsstrategie von Menschen ist. Ihre Innovation ist dem Markt voraus. Wie bereiten Sie nun Ihre User auf eine Software vor, die nicht vergleichbar ist?

Eine Antwort liefert das Priming. Priming (Prägen, Bahnung) bezeichnet die kognitive Vorbereitung eines Menschen auf etwas. Dabei aktivieren Reize jeder Art das Vorbewusstsein der Menschen. Diese Voraktivierung erleben wir Menschen nicht bewusst, doch unsere Erwartung wird dadurch enorm beeinflusst. In der Folge verarbeiten wir verwandten Input viel schneller und nehmen ihn zudem positiver wahr.

Priming für erwartungskonforme User Interfaces

Beim Semantischen Priming beeinflusst das erste Wort die Verarbeitung des zweiten Wortes. Gehört das zweite Wort zum Nutzungskontext, ist die Reaktion schneller und intensiver. Wie bei einem Gespräch, in dem der Empfänger das Gefühl hat, der Sender spricht dieselbe Sprache, wächst das Vertrauen in die Software. Das nennt sich positives Priming.

Passt das zweite Wort hingegen nicht zur Erwartung der User dauert die Verarbeitung länger. Grund hierfür ist ein höherer kognitiver Aufwand, der den Usern das Interface unsympatisch erscheinen lässt. In diesem Fall ist von negativem Priming die Rede.

Entwickeln Sie beispielsweise eine neue Arztsoftware (Wort 1) ist die Funktion Patientenverwaltung (Wort 2) ein intuitiv verständlicher Begriff für die Zielgruppe Ärzte. Würden Sie dieselbe Funktion hingegen als Kundenverwaltung (Wort 2) bezeichnen, würden die Anwender im besten Fall überlegen, was Sie meinen.

Helfen Sie also Ihren Usern. Richten Sie Ihren Produktnamen, die Bezeichnungen der Funktionen und Texte auf das gefühlte Problem und den gefühlten Nutzen aus.

User Interface Priming mittels Worten

Doch Priming beeinflusst nicht nur unsere Erwartungshaltung und Gefühle. Subliminales Priming führt auch zu konkretem Verhalten. Hierbei sind die Reize nicht bewusst wahrnehmbar. Voraussetzung für die folgenden Wirkungen von subliminalem Priming ist, dass die Aufmerksamkeit nicht vom Reiz abgelenkt ist:

  • Wörter wie „Heim“, „einsam“, „langsam“, „vergesslich“ und „grau“, die mit dem Alter verbunden sind, lassen laut John Bargh (1996) die amerikanischen Probanden psychologisch altern. Sie bewegen sich beim Verlassen des Labors langsamer und müder als Testpersonen, die Texte ohne Wörter lesen, die mit dem Alter assoziiert sind.
  • Umgekehrt erkennen Menschen laut Thomas Mussweiler (2006), die sich fünf Minuten langsam bewegen, Wörter besser, die mit dem Alter assoziiert sind.
  • Akustisches Priming für „sorgfältiges arbeiten“ wirkt sich laut Borgeat und Goulet (1983) direkt positiv auf das Leistungsverhalten aus.

 

Ausgehend von diesen Untersuchungen lässt sich auch das Verhalten der User durch den Einsatz passender Begriffe im User Interface zielgerichtet fördern. Nutzen Sie Priming und machen Sie Ihren Anwendern das Leben leichter.

 

Quellen:

Borgeat, F., & Goulet, J. (1983). Psychophysiological changes following auditory subliminal suggestions for activation and deactivation. Perceptual and Motor Skills, 56, 759-766.

J. Bargh et al. Automaticity of social behavior: Direct effects of trait construct and stereotype activation on action. Journal of Personality and Social Psychology, Vol. 71, August 1996, p. 230. doi:10.1037/0022-3514.71.2.230.

Thomas Mussweiler: Doing Is for Thinking! Stereotype Activation by Stereotypic Movements. In: Psychological Science. Nr. 17, 2006, S. 17–21.


Gutes Service Design beginnt beim Kunden


Warum Service Design vom Kunden ausgehen muss.

Sie kennen das wahrscheinlich: Nach einer Woche im Urlaub, quellen die Postkästen über. In der realen wie der virtuellen Welt erreichen uns ständig Schreiben. Kontenverwaltung, Updates, Dokumentationen, Belege, Anmeldungen sowie Abmeldungen sind nur einige der vielfältigen Formen. Und hier ist noch nicht einmal die in Massen anfallende Werbepost einbezogen. In die andere Richtung läuft der Kontakt oft ähnlich ärgerlich. Auch Sie haben bestimmt schon endlose Zeit in Hotlines verbracht oder wiederholt Briefe verfasst, die scheinbar im Sande verlaufen.

Service Design wird überall benötigt

Unsere Gesellschaft hat sich von einer Industrie- zur Dienstleistungsgesellschaft gewandelt. Das ist altbekannt. Es wird gemietet, vermittelt und beraten. Und selbst materielle Produkte, die wir erwerben, enthalten ganz selbstverständlich eine Dienstleistungskomponente. Wer heutzutage Ihre Software kauft, erwartet, dass Sie auch nach dem Geldtransfer noch durch Support und Updates zur Stelle sind.

Ein guter Service will gestaltet sein

Aus den anfangs genannten Problemen wird klar, wie dringend Services Gestaltung benötigen. Service Design tut genau dies für Sie: die umfassende Gestaltung einer Dienstleistung auf allen Ebenen. Analog zum gesellschaftlichen Wandel hat sich auch das Einsatzgebiet von Design erweitert. Von der Gestaltung von physischen Gegenständen hin zu der Gestaltung immaterieller Produkte wie Software oder eben Dienstleistungen.

Service Design mit dem Kunden im Mittelpunkt

„Orientierung am Kunden“ behauptet jeder von sich. Für einen außergewöhnlichen Service benötigen Sie aber mehr. Ihr Kunde muss Ausgangspunkt der gesamten Dienstleistung sein. Die Bedürfnisse definieren die Dienstleistung an sich. Der Nutzungskontext bestimmt die konkrete Ausgestaltung. Nur so führt Service Design zu erfolgreichen Dienstleistungen.

User Research für passgenaue Services

Die nötigen Methoden zum Einbezug des Kunden sind nicht neu und lassen sich im Service Design Prozess gut einbinden. User Research, bekannt aus der Softwareentwicklung, bietet genau diesen etablierten Zugang zum Wissen über Anwender. Psychologisch fundierte Methoden helfen den Kunden ihre Wünsche und Erwartungen richtig zu formulieren. Hieraus generierte Entwürfe lassen sich dann mit Hilfe zukünftiger Anwender evaluieren. So gelangen Sie zu einer Dienstleistung, die Ihre Kunden begeistert. Von Anfang bis Ende.


UI-Prototyping: Eine Übersicht


UI-Prototyping dient der Modellierung Ihres späteren Produkts. Prototypen existieren nicht nur für physische Produkte, sondern selbstverständlich auch für Software und Webseiten. Beziehen sie sich auf das User Interface des Programms, spricht man von UI-Prototypen. Heutzutage kann es sich keine Softwareentwicklung mehr leisten auf sie zu verzichten. Studien haben gezeigt, dass Prototyping sich gerade bei Produkten mit hoher Nutzerinteraktion auszahlt. (ext. Link, Seite 18)

Nutzen im Entwicklungsprozess

Prototypen zur explorativen Entwicklung des Produkts fördern Ihre fundierte Innovation. Sie sind schnell und dadurch günstig zu entwickeln. Einen weiteren Vorteil bietet die Möglichkeit zur Rückmeldung durch Ihre Nutzergruppe. So erhalten Sie Neuerungen, die sich bereits bewährt haben. Außerdem erleichtern Prototypen die Kommunikation im beteiligten Team. Deshalb sind sie eine der wichtigsten Komponenten im iterativen Entwicklungsprozess.

UI-Prototyping: Für jeden Zweck einen Prototyp

Wie Sie vielleicht wissen, gibt es sehr viele verschiedene Möglichkeiten für das UI Prototyping. Jede Phase der Produktentwicklung fordert ihre eigene Art von Prototyp. Die Arten der UI-Prototypen unterscheiden sich unter anderem in ihrer Komplexität und ihrer Nähe zum fertigen User-Interface. Allen gemein ist der Verzicht auf eine Datenanbindung. Nur in späten Phasen des High-Fidelity Prototypings wird hiervon abgewichen. Die folgende Abbildung zeigt eine geordnete Hierarchie der verschiedenen UI-Prototypen.

UI-Prototypen aufgeschlüsselt

Übersicht der Formen des UI-Prototypings
Die einfachste Prototyping-Form wird auch als statischer Wireframe bezeichnet. Der Wireframe entspricht einer schematischen Darstellung. Dem gegenüber zeigen dynamische Wireframes, wie einzelne Seiten zusammenhängen.

Der Übergang zu Interaktionsprototypen oder Medium-Fidelity-Prototypen ist durch die Einführung von Interaktionen charakterisiert. Sobald Links zwischen Wireframes existieren, kann man von einer ersten Interaktionsmöglichkeit sprechen. Diese Interaktionsprototypen entstehen oft aus den Wireframes der ersten Phase. Sie bieten Ihnen eine erste Möglichkeit für aktive Nutzertests. Die höchste Stufe der Prototypen bilden die sogenannten High-Fidelity Prototypen. Mit ihnen erhalten Sie eine Vorstellung des Look and Feel vom späteren Endprodukt.

Eine Abwandlung der High-Fidelity Prototypen stellen die sogenannten programmierten Klickdummies dar. Sie ersparen Ihnen Aufwand, indem sie auf einfache Programmiersprachen zurückgreifen und auf grafische Elemente verzichten.

Erfahren Sie mehr über die verschiedenen UI-Prototypen in den folgenden Einzelartikeln:


UI Prototyping mit High-Fidelity Prototypen


In unserer UI-Prototyping Reihe geht es heute um High-Fidelity Prototypen. Sie sind eine Steigerung zu den programmierten Klickdummies und stellen die komplexeste Form des Prototypings dar. Sie werden oft bereits mit den Mitteln des späteren Produkts entwickelt. Also beispielsweise in der angestrebten Programmiersprache geschrieben. Außerdem enthalten sie auch schon grafische Elemente. Diese Unterschiede zum programmierten Klickdummy haben einige Auswirkungen:

Möglichkeiten im Nutzertest

Im Nutzertest können Sie zum ersten Mal das Zusammenspiel von Look and Feel beurteilen lassen. Das ist von Bedeutung, da das Ganze bekanntlich weit mehr ist als die Summe seiner Teile. Deshalb sollten Sie nun eine möglichst wirklichkeitsgetreue Umsetzung anstreben. Inlusive grafischer Elemente und komplexer Interaktionen. Auf den bewusst improvisierten Look der vorherigen Prototypen verzichten Sie.

Nutzen von High-Fidelity Prototypen

Der Hintergrund beim High-Fidelity Prototyping ist meist der Test der Software-Architektur. Ihr User Experience Design (UX Design) kann aber auch von diesen Prototypen profitieren. Und das mit nur sehr geringem Aufwand. Sie haben nun die Möglichkeit systematische Usertests durchzuführen. Außerdem vermittelt der High-Fidelity Prototyp allen Beteiligten aus unterschiedlichen Bereichen eine gute Vorstellung vom Endprodukt. So können sich Marketing und Kundenservice bereits früh auf das kommende Produkt einstellen.

Durch die Realisierung in der später angestrebten Entwicklungsumgebung sind unter Umständen manche Programmmodule übertragbar. Das investierte Arbeitsvolumen lässt sich nun direkt für das Endprodukt verwenden. So ist auch die Einbindung erweiterter Funktionalität möglich. Vorausgesetzt natürlich das Feature hat sich im UI-Prototyping bewährt.

Erfahren Sie mehr über die verschiedenen UI-Prototypen in den folgenden Einzelartikeln:


UI-Prototyping mit programmierten Klickdummies


Dieser Beitrag unserer UI-Prototyping Reihe beschäftigt sich mit programmierten Klickdummies. Diese setzen Sie in einer Phase ein, wenn die geplante Informationsstruktur und erste Interaktionen schon positiv evaluiert werden konnten. Der Klickdummy verzichtet auf den bewusst schematischen Look der früheren Versionen. Zudem zeichnet er sich durch einen deutlich ausgebauten Funktionsumfang aus.

Umsetzung von programmierten Klickdummies

Durch die Loslösung von Wireframing-Tools, steht Ihnen jetzt das gesamte Repertoire an Interaktionen zur Verfügung. Dies können beispielsweise zeitgesteuerte Aktionen oder auch eine Gestensteuerung sein. Auf grafische Elemente oder eine Anbindung an Datenbestände wird weiterhin verzichtet. Realisieren Sie einen solchen Klickdummy aus (zeit-)ökonomischen Gründe am Besten in einer möglichst einfachen Programmiersprache. So erreichen Sie das beste Kosten-Nutzen-Verhältnis im UI-Prototyping.

Zweck im UI-Prototyping

Prototypen-Tools wie Axure oder Balsamiq Mockups werden zwar immer ausgereifter, stoßen aber trotzdem irgendwann an ihre Grenzen. Genau hier setzen programmierte Klickdummies an. Sie ermöglichen Ihnen, die Implementation fortgeschrittener Interaktionskonzepte. Hierzu zählen beispielsweise Mouse Over Effekte, Klickdifferenzierungen wie Long-Press von Buttons oder ein Doppelklick. Kontextmenüs und Statussimulationen wie Fortschrittsbalken sind nun ebenfalls möglich. So ist das Feedback des Systems auf Aktionen des Nutzers hin genauer zu simulieren und zu bewerten. Durch die genauere Ausarbeitung erfordert der programmierte Klickdummy zudem das Navigationskonzept genau zu durchdenken und zu verfeinern. So fördern Sie weitere Schwächen systematisch zu Tage.

Nutzertests mit programmierten Klickdummies

Durch die weiter ausgebaute Funktionstiefe können Sie im Nutzertest eine Vielzahl an kompletten Szenarien erproben. So simulieren Sie komplexe Arbeitsabläufe detailgetreu. Auch das nun komplett abbildbare Repertoire an Interaktionen bietet sich zur Untersuchung an. In die Information eingebettete Interaktionselemente können, bezüglich ihrer Wirkung auf die Nutzer, untersucht werden. Das so generierte Feedback bezieht sich folglich auf verschiedenste Ebenen Ihres Produkts.

Nutzen im UI-Prototyping

Zwischen Interaktionsprototyp und High-Fidelity-Prototyp angesiedelt, vereint der Klickdummy viele Vorteile dieser Beiden. Auf die Einbindung oder Erstellung von Grafiken kann noch verzichtet werden. Das erspart Ihnen die Beauftragung zusätzlicher Grafikarbeit. Und realisiert wird er in der Umgebung, die genau auf ihn passt. Beides zusammen spart Ihnen viele Kosten. So reduziert im Aufwand bietet er Ihnen dennoch die Möglichkeit einen großen Funktionsumfang abzubilden und neue Testergebnisse zu liefern. Damit stellt er einen wichtigen Baustein des UI-Prototypings dar.

Erfahren Sie mehr über die verschiedenen UI-Prototypen in den folgenden Einzelartikeln:


UI-Prototyping mit Interaktionsprototypen


Nachdem wir im letzten Artikel aus der Serie zum UI-Prototyping Wireframes behandelt haben, ist nun der nächste Schritt an der Reihe: Der Interaktionsprototyp. Er liefert Ihnen erste Zusammenhänge zwischen einzelnen Ansichten, indem einfache Interaktionen definiert sind. Das im Wireframe bereits grob konzipierte User Interface wird in verschiedenen Ansichten umgesetzt. Anschließend wird es zu einem sogenannten Interaktionsraum verknüpft.

Was nutzen Interaktionsprototypen?

Ausgehend von den Wireframes ist ein Interaktionsprototyp der nächste Schritt hin zum Interaktionsdesign. Mit dem Interaktionsprototyp…

  • … können Sie die bereits im Wireframe erprobte Informationsstruktur nun im Kontext der Navigation evaluieren.
  • … ist die horizontale Gliederung der Information erkundbar. Dies meint einen Wechsel zwischen verschiedenen Hauptansichten oder Funktionsbereichen.
  • … ist die vertikale Gliederung der Information erlebbar. Sinnvollerweise wird exemplarisch für eine Funktion der gesamte Interaktionsprozess modelliert.

 

Nutzertests

Interaktionsprototypen sind die erste Entwicklungsstufe, die Nutzer eigenständig bedienen können. So können Sie in realistischen Bedingungen die Verständlichkeit des Konzeptes untersuchen. Mit einem User-Test erhalten Sie so für vergleichsweise wenig Aufwand einen wertvollen Realitätscheck.

Zweck von Interaktionsprototypen

Interaktionsprototypen sind ein wichtiges Mittel um Konsistenz in der Bedienung zu überprüfen. Durch die reduzierte visuelle Ausgestaltung und die eingeschränkten Interaktionsmöglichkeiten fallen Ungereimtheiten schnell ins Auge. So kann bereits früh im Entwicklungsprozess die Festlegung auf das Navigationskonzept und einen Pool an Bedienelementen erfolgen.

Erfahren Sie mehr über die verschiedenen UI-Prototypen in den folgenden Einzelartikeln:


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